Eine tabellarische Übersicht

Martin Rickelt war der Sohn von Gustav Rickelt, dem Gründer der Wilmersdorfer Künstlerkolonie. Nach dem Krieg trat er in die Fußstapfen seines Vaters, indem er wesentlich am Wiederaufbau der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger beteiligt war. 1999 konnte er bewirken, dass ein Weg in der Künstlerkolonie nach seinem Vater benannt wurde.

Als Schauspieler wurde Martin Rickelt zuletzt vielen Zuschauerinnen und Zuschauern als der kauzige "Onkel Franz" [↑] in der Fernsehserie Lindenstraße [↑] des WDR bekannt. Einen Alten mit Nazigesinnung zu spielen, erschien ihm wichtig, um (nicht nur) Jüngeren zu zeigen, dass die Gefahr des Rechtsextremismus noch heute lebendig ist.

Stationen seines Lebens

  • 1915 am 2. September in Berlin geboren
  • 1933 Schauspieler in Berlin, Engagements an verschiedenen Bühnen (Theater in der Stresemannstraße - Intendant: Ernst Legal + Kurt Raeck; Theater am Nollendorfplatz - Regie: Karl Heinz Stroux; Theater am Schiffbauerdamm - Intendant: Fritz Wendel; Deutsche Landesbühne Berlin (Intendant: Hans Kuhnert u. a.)
  • 1935 Grenzlandtheater Görlitz (Intendant: Peter Hoenselaers)
  • 1936 Reichsfestspiele Heidelberg (mit Heinrich George, Assistent bei Richard Weichert); Einsatz im Arbeitsdienst
  • 1937 Festspiele im Olympia-Stadion zur 700-Jahr-Feier der Stadt Berlin (Assistent bei Prof. Dr. Nidecken-Gebhard) Theater der Jugend Berlin (Oscar Ingenohl); Schiller-Theater Berlin (mit Heinrich George); Filmtätigkeit bei verschiedenen Gesellschaften: Ufa, Bavaria, Tobis, Terra u. a.
    Soldat in Potsdam / Nedlitz
  • 1939 Wehrmacht
  • 1939-41 Leiter eines Filmtrupps (Vorführung 1941 von FiImen an den Kriegsfronten)
  • 1941-43 Leitung und Verwaltung eines zum Fronttheater eingerichteten Stadttheaters in Slawjansk / Ukraine
  • 1945-49 Russische Kriegsgefangenschaft (Organisation von Lagertheatern im Ural)
  • 1949 Schauspieler am Tourneetheater Kammerspiele Gardelegen (W. Krampen);  Bühne der Jugend (Mewes);     Wiederaufbau der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) in Berlin; Geschäftsführer beim Veranstaltungsring West-Berlin; Arbeit für Funk, Film, Synchron; Leitung der Freilichtbühne in Rehberge, Berlin
  • 1952-60 Schauspieler am Schiller- und Schloßparktheater Berlin (Boleslaw Barlog)
  • 1954-79 ehrenamtlicher Arbeits- und Sozialrichter in Berlin, ab 1971 in Karlsruhe
  • 1960-80 Schauspieler am Badischen Staatstheater Karlsruhe
  • seit 1973 Vorsitzender (Landesobmann) der Genossenschaft Deutscher BühnenAngehöriger Baden-Württemberg
  • 1973-89 Rundfunkrat beim SDR Stuttgart; Vorsitzender des Musikausschusses; ARD-Beirat; Künstlerischer Beirat am "Hoftheater Scherzheim" (Direktor Elmar Bantz); Vorsitzender der Paritätischen Prüfungskomission DBV - GDBA; Abnahme von Prüfungen für Schauspieler, Sänger und Tänzer; Kuratoriumsmitglied in der Kunststiftung Baden-Württemberg, dort im Gremium für Theaterstipendien

Preise und Auszeichnungen

  • Bundesverdienstkreuz am Band;
  • Großes goldenes Ehrenzeichen der GDBA;
  • Ehrenmitglied des Badischen Staatstheaters Karlsruhe;
  • Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Theater (wichtige Rollen)

  • Licht: Der zerbrochene Krug (v. Kleist)
  • Spiegelberg: Die Räuber (Schiller)
  • Telegin: Onkel Wanja (Tschechow)
  • Bluntschli: Helden (G.B.Shaw)
  • Corinus: Wie es euch gefällt (Shakespeare)
  • Titelrolle: Der Hauptmann von Köpenick (Zuckmayer)
  • Rentier: Der Biberpelz (Hauptmann)
  • Wirt: Minna von Barnhelm (Lessing)
  • August: Alter Anstreicher / Eisenwichser (Henkel) Bruder Lorenzo: Romeo und Julia (Shakespeare), Schloßfestspiele in Ettlingen

Fernseh-Filme

  • 1968 Der Deutsche Meister (Menge), SDR
  • 1969 Vater Wolfsbacher/Hürdenlauf (Waldmann), SWF
  • Monteur / Rebellion der Verlorenen (Menge und Jaeger), SDR
  • Bürger / Das Rätsel von Piskov (Blaha), SWF
  • 1970 Eine große Familie (Waldmann), SWF
  • Franz Häderli / Gerechtigkeit für Dettlinger (Stemmle), SWF
  • 1971 Volksdeutscher / Chopin Express, SDR

Fernseh-Serien

  • Fernfahrer-Gescichten
  • Der Forellenhof
  • Die Kramers
  • Spedition Markus
  • Butler Parker
  • Kumpel mit Choför
  • Goldene Zeiten
  • Lindenstraße

Kino-Filme

  • 1931 Emil und die Detektive
  • 1938 Das Geheimnis um Betty Bonn
  • 1951 Der Untertan
  • 1953 Der verzauberte Königssohn
  • 1955 Ein Mädchen in Flandern

Hörfunk

  • Schulfunk in Berlin
  • Hörspielrollen für SWF, SDR, SR
  • Eduard Huet / Die Anderen (Simenon), SWF
  • Gendarm / Das blaue Zimmer (Simenon), SWF
  • Weissberg / Die Komplizen (Simenon), SWF

Sonstiges:

  • Kabarett; Rezitationsabende; Synchronisation

Siehe auch:
Gustav Rickelt
Spurensuche: Straßennamen

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des WDR, Redaktion Lindenstraße

 

Martin Rickelt

Martin Rickelt
Foto: © Harald Köster/Lindenstraße

geb. am 2. September 1915 in Berlin
gest. am 9. April 2004 in Karlsruhe


Schauspieler
 
- Funktionen bei:
   Genossenschaft
   Deutscher Bühnen-Angehöriger (GBDA)
- Mitwirkungen bei div Sendungen
   in Funk und Fernsehen der ARD
- Theaterschaupieler

Wohnorte in der Küko:
1932 Bonner Str. 8
1937 Kreuznacher Str. 36A (Atelierwohnung)
nach 1945 Laubenheimer Str. 6
bis 1960 Kreuznacher Str. 38