Gedenkveranstaltungen 2014

Beisetzung Josefa Forsch

Beisetzung Josefa Forsch

Die Beisetzung von Josefa Forsch fand am 10. 11. 2014 statt. Für unseren Verein KüKo-Berlin-eV waren beide Vorsitzende anwesend.

Vor der kleinen Kapelle des Friedhofes hatten sich fast 40 Bekannte und Freunde eingefunden, um Abschied zu nehmen.

Pünktlich um 11 Uhr bat eine Vertreterin des Beerdigungsinstitutes zum Eintritt in die Kapelle.

Alle Trauergäste versammelten sich im Halbkreis vor der Urne.

Die Vertreterin des Beerdigungsinstitutes versuchte zu erklären, dass die Möglichkeit bestünde, einige Abschiedsworte zu sprechen, da weder Pfarrer noch ein Redner bestellt waren.

Nach kurzem allgemeinen Schweigen ergriff eine Freundin und Nachbarin das Wort und sprach von Josefas atheistischer Überzeugung und deren Ansicht, dass nach dem Tod nichts zu erwarten sei. In einer kurzen aber dennoch ergreifenden Rede fasste sie das Schaffen und Wirken von Josefa zusammen, die mit ihrer Persönlichkeit viele Menschen beeindruckt hat. Andere schlossen sich an und erzählten in wenigen Sätzen von ihren Erinnerungen.

Das war sehr berührend, da alles spontan und frei gesprochen war.

Die Trauergäste wurden zur Begräbnisstätte geleitet. Josefa wollte anonym beerdigt werden.

Mitten auf einem von Bäumen umgebenen Rasen war eine kleine Grube ausgehoben.

Nach und nach legten alle ihre Blumengrüße nieder, und einige sprachen sehr persönliche Worte dazu, die die tiefe Freundschaft, die sie mit Josefa im gemeinsamen Leben in der Künstlerkolonie erleben durften, zum Ausdruck brachten. Einige warfen kleine Spezereien, die Josefa besonders gemocht hatte, mit in die Grube ein. Aus allen Worten offenbarte sich die tiefe Freundschaft zu der Verstorbenen.

Beisetzung Josefa Forsch

Auch für unseren Verein gab es einen besonderen Moment: Unser Dankschreiben an Josefa für das für unseren Verein entworfene Logo wurde - zu einer Kugel geformt - von Frau Grimma mit in die Grube gelegt.

Die Beisetzung war, trotz oder auch wegen ihrer Einfachheit, ein beeindruckendes und bewegendes Ereignis.

 

Alwin Schütze und Ralph-Michael Döhler, 2014 © KünstlerKolonie Berlin e.V.

 

Gedenktafel für Eva Kemlein enthüllt

 

Eva Kemlein Gedenktafelenthüllung

Am Montag, dem 25. August 2014 wurde am Haus Steinrückweg 7 eine Gedenktafel für die Fotografin Eva Kemlein (4. 8. 1909 - 8. 8. 2004) enthüllt.

Veranstalter waren die Senatskulturverwal- tung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. [↑]

Es sprachen die Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck; die Laudatio hielt die Regisseurin und Drehbuchautorin Dagmar Wittmers.

 

Rüdi Sommerfest  Rüdi Sommerfest

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper (links) und die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck.

 

Eva Kemlein hatte seit Kriegsende bis zu ihrem Tode in der Künstlerkolonie gelebt. Zunächst in der Laubenheimer Straße, dann ab 1952 im Steinrückweg.

In West-Berlin lebend, arbeitete sie als erste Fotojournalisten der 'Berliner Zeitung' im damaligen sowjetischen Sektor der Stadt. Bekannt wurde sie (auch) durch ihre Theaterfotografien, u. a. am Brechtschen Berliner Ensemble, später auch an der Schaubühne am Halleschen Ufer.

 

Rüdi Sommerfest  Rüdi Sommerfest

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Dagmar Wittmers hält die Laudatio (links). Enthüllung der Gedenktafel (rechts).

 

Interessant - und bewundernswert - ist ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus. Als Jüdin wurde sie zur Zwangsarbeit in den Siemens-Werken eingesetzt, wo sie heimlich Bilder mit ihrer Leica machte. Als die Deportationen begannen, denen auch ihre Mutter zum Opfer fiel, ging sie zusammen mit ihrem Lebenspartner in den Untergrund, wo sie im Widerstand tätig war. Die Zeit von 1942 bis 1945 verbrachten sie in über dreißig Verstecken in Berlin.

 

Rüdi Sommerfest

Mitglieder des Vorstandes von KünstlerKolonie Berlin e. V. während der Feierlichkeiten im Gespräch.

 

Fotos: rk.